„GANZ ANDERS – Die Reformation in der Oberlausitz“

Eine Ausstellung in den Städtischen Museen Zittau zeigt vom 30.07.2017 bis 07.01.2018 eine Sonderschau zur „Rettung des Zittauer Epitaphienschatzes", an der sich zwischen 2013 bis 2017 zahlreiche VDR-Mitglieder beteiligt haben. Seit 2013 haben sich die beiden Museumsdirektoren der Städtischen Museen Zittau, Dr. Marius Winzeler (bis 2015 in Zittau, seitdem Nationalgalerie Prag) und Dr. Peter Knüvener […]

Eine Ausstellung in den Städtischen Museen Zittau zeigt vom 30.07.2017 bis 07.01.2018 eine Sonderschau zur „Rettung des Zittauer Epitaphienschatzes", an der sich zwischen 2013 bis 2017 zahlreiche VDR-Mitglieder beteiligt haben.

Seit 2013 haben sich die beiden Museumsdirektoren der Städtischen Museen Zittau, Dr. Marius Winzeler (bis 2015 in Zittau, seitdem Nationalgalerie Prag) und Dr. Peter Knüvener (ab 2016 in Zittau), um die „Rettung des Zittauer Epitaphienschatzes“ bemüht und mit außerordentlichem persönlichen Engagement für die Weckung des öffentlichen Interesses und Möglichkeiten der Finanzierung und Realisierung eingesetzt.

Die Sächsische Landesstelle für Museumswesen, vertreten durch deren Direktorin Katja Margarethe Mieth, unterstützte das Projekt von Anfang an. Namhafte Geldgeber kofinanzierten den Einsatz der Stadt Zittau in ausgesprochen verdienstvoller Weise (1).

Ein Team von spezialisierten Restauratoren unter der Leitung von Sven Taubert (Stenzel & Taubert, Dresden) hatte die Restaurierungskampagne zu planen und zu koordinieren. Nun befindet sich diese auf der Schlussgeraden. Es herrscht große Spannung, wie die etwa 50 Epitaphien, die großenteils in der soeben restaurierten ehemaligen Franziskaner-Klosterkirche (Museum) ausgestellt werden, wirken werden.

Viel wird vor allem zu sehen und zu hören sein zu den Stiftern dieser Gedächtnisbilder, Zittauer Bürger – Handwerker, Künstler, Lehrer, Handelsherren … Wie hießen sie, wo wohnten sie, welche Schicksale ereilten sie und schließlich: Wie sahen sie aus? Ein „who is who“ der Zittauer Bürgerschaft aus der Zeit von etwa 1570 bis 1790.

45 Restaurierungswerkstätten haben dafür seit 2013 an insgesamt etwa 80 Einzelstücken gearbeitet, sie so dem Vergessen entrissen und bei ihrer Arbeit viel Interessantes entdeckt. Auch davon wird in der Ausstellung einiges zu sehen sein.

Studenten der Dresdner Hochschule für Bildende Künste – Studiengang Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut – haben unter der Leitung von Prof. Ivo Mohrmann Arbeitsproben zu den historischen Schmucktechniken an einzelnen Epitaphien vorbereitet, die ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sein werden und dem interessierten Besucher kunsttechnologische Kniffe und historische handwerkliche Methoden verständlich machen.

Museale Führungen sind ebenso geplant. Diese sind auf der Website der Stadt Zittau gelistet.

In Planung befindet sich auch ein Symposium, das der Bundesverband der Restauratoren, VDR, zusammen mit den Städtischen Museen Zittau und der HfBK Dresden organisiert und voraussichtlich Ende 2017 ausrichtet. Sobald ein Datum hierfür feststeht, wird dieses bekannt gegeben.

Es wird viel Interessantes zu erfahren geben, weswegen der Besuch der großen Epitaphien-Ausstellung in Zittau ab Ende Juli 2017 schon jetzt sehr zu empfehlen ist.

Sven Taubert
Projektkoordinierung/ Fachplanung Restaurierung
Zittauer Epitaphienprojekt

(1) Größter Dank gilt den Projektförderern und Geldgebern, besonders:

  • Bundesbeauftragte für Kultur und Medien
  • Freistaat Sachsen
  • Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens
  • Stadt Zittau
  • Ev. Luth. Kirchengemeinde Zittau
  • Ostdeutsche Sparkassenstiftung mit der Stiftung der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien
  • Kulturstiftung der Länder
  • Freundeskreis der Kulturstiftung der Länder
  • Hermann Reemtsma-Stiftung
  • Ernst von Siemens Kunststiftung
  • Deutsche Stiftung Denkmalschutz
  • Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
  • sowie private Sponsoren

 

Daten in der Übersicht:

Laufzeit: 30. Juli 2017 - 7. Januar 2018

Ausstellungseröffnung: 30. Juli 2017, ab 11 Uhr mit Ökumenischem Gottesdienst, Grußworten und Einführung, ab 14 Uhr Zugang zur Ausstellung

Ausstellungsorte:
Kulturhistorischen Museum und Museum Kirche zum Heiligen Kreuz

Weiterführende Infos:
Website der Stadt Zittau
Ausstellungsflyer (PDF)

Blick ins Depot. Foto: Sven Taubert, Dresden
Blick ins Depot. Foto: Sven Taubert, Dresden
Schroter-Epitaph, Fragmente. Foto: Stephan Thürmer, Dresden
Schroter-Epitaph, Fragmente. Foto: Stephan Thürmer, Dresden
Epitaph Leutiger-Scheps-Hopfstock, vor der Restaurierung. Foto: Corinna Meyer, Dresden
Epitaph Leutiger-Scheps-Hopfstock, vor der Restaurierung. Foto: Corinna Meyer, Dresden
Epitaph Leutiger-Scheps Hopfstock nach der Restaurierung. Foto: Thomas Höhne, Leisnig
Epitaph Leutiger-Scheps Hopfstock nach der Restaurierung. Foto: Thomas Höhne, Leisnig