Nachbericht zum 3. Europäischen Tag der Restaurierung

Ein Tag, der sich gelohnt hat // Am dritten Europäischen Tag der Restaurierung öffneten Restauratorinnen und Restauratoren aus ganz Deutschland ihre Türen. Erstmals gab es neben realen Besuchen vor Ort auch die Möglichkeit, virtuell in die Ateliers von Museen, Schlössern, Archiven und Hochschulen einzutreten oder Denkmalbaustellen zu erkunden. Auch die Restauratoren im Freilichtmuseum Detmold öffneten […]

Ein Tag, der sich gelohnt hat //

Am dritten Europäischen Tag der Restaurierung öffneten Restauratorinnen und Restauratoren aus ganz Deutschland ihre Türen. Erstmals gab es neben realen Besuchen vor Ort auch die Möglichkeit, virtuell in die Ateliers von Museen, Schlössern, Archiven und Hochschulen einzutreten oder Denkmalbaustellen zu erkunden.

Auch die Restauratoren im Freilichtmuseum Detmold öffneten am 11. Oktober ihre Türen.
Auch die Restauratoren im Freilichtmuseum Detmold öffneten am 11. Oktober ihre Türen.

Direkt vor Ort boten 62 Führungen und Ausstellungen vielerorts in Deutschland Kunstliebhabern und Kulturinteressierten die Gelegenheit beim Restaurieren zuzuschauen und mit Fachleuten ins Gespräch zu kommen. Dies wurde gerne wahrgenommen. Die Plätze waren schnell ausgebucht, zumal die Teilnehmerzahlen coronabedingt stark limitiert waren.

Auf großes Interesse stieß daher auch das Online-Angebot. Mit 36 Videos, Podcasts und Blogs konnten Interessierte in Pandemiezeiten auch von zu Hause aus mehr über die Forschung an Kulturgütern und die Bewahrung von Kunstwerken in Deutschland erfahren.

In ganz Europa feierte die Restauratorengemeinschaft diesen Aktionstag in den sozialen Medien. Bereits ab dem 5. Oktober – in der Woche der Restaurierung – wurde gepostet, kommentiert und geliked. Auf Twitter, Facebook und Instagram machten Restauratoren aus ganz Europa über die Hashtags #TagderRestaurierung und #EuropeanDayConservationRestoration auf ihre Projekte aufmerksam. Kommentare wie „In meinem nächsten Leben werde ich Restauratorin“ oder „Ich wollte Restaurator werden, dann kam mir die Archäologie dazwischen“ zeigen, dass die Begeisterung für diesen Beruf übergesprungen und es ein Privileg ist, Kulturgüter für die Zukunft zu bewahren.

Für die meisten Restauratoren war es ein Novum, ihre Arbeit in Podcasts und Videos aufzubereiten oder eigens für den Tag einen Blog zu bauen. Ein Aufwand, der neben der üblichen Arbeit gemeistert wurde und sich gelohnt hat, denn das digitale Angebot bleibt weit über den Aktionstag hinaus online abrufbar.
„Die Erfahrungen, die wir dazugewonnen haben, werten wir als Gewinn“, sagt Dr. Christiane Schillig vom deutschen Restauratorenverband über dieses Jahr, das durch die Pandemie geprägt ist, das aber auch die Digitalisierung bei den Restauratoren stark beschleunigt hat. Die VDR-Geschäftsführerin zeigt sich froh darüber, dass diese neuen Wege beschritten wurden. „Der Verband der Restauratoren hatte in den letzten Monaten so viele Online-Meetings wie nie zuvor, wir haben begonnen zu podcasten und starten demnächst mit Webinaren.“

Klar ist schon jetzt, dass der 4. Europäische Tag der Restaurierung erneut ein digitales Angebot beinhalten wird. Trotzdem hoffen die Restauratoren, dass sie am 10. Oktober 2021 auch zu sich auf die Baustellen und in die Ateliers einladen können. Der Blick auf das Original von ganz nah ist eben doch ein besonderes Erlebnis, das einem lange in Erinnerung bleibt und bei dem besser als irgend sonst gezeigt werden kann, worauf es bei der Bewahrung von Artefakten und Denkmalen ankommt.

Anlässlich des 3. Europäischen Tags der Restaurierung am 11. Oktober 2020 lud die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) in diesem Jahr zu einer digitalen Erkundungstour in die Welt der Restaurator*innen ein. In Kooperation mit HAUPTSTADT.TV werden spannende Einblicke in verschiedene Arbeitsbereiche gewährt.

Das Freilichtmuseum Glentleiten produzierte sieben Videos mit der Restauratorin Maria Wimmer.

Der VDR startete pünktlich zum Europäischen Tag der Restaurierung 2020 die Podcast-Reihe restauratoren o-ton.

Pressespiegel

Eine Auswahl von Medienberichten:

Radiobeitrag mit VDR-Präsident Sven Taubert im Deutschlandfunk Kultur
10.10.2020 | Dauer: 00:06:47 | Europäischer Tag der Restaurierung
nachzuhören in der ARD Mediathek:

Radiobeitrag mit Iris Schaefer im Deutschlandfunk Kultur
11.10.2020 | Dauer: 00:05:26 | Europäischer Tag der Restaurierung
im Wallraf-Richartz-Museum nachzuhören in der ARD Mediathek:

Radiobeitrag im SR 3 mit Lena Schmidtke
09.10.2020 | Dauer: 00:03:05 | Europäischer Tag der Restaurierung
Lupe, Pinsel, handwerkliche Kunstfertigkeit, akribische Forschung - das und vieles mehr braucht es, um historische Fundstücke für den Betrachter wieder aufzubereiten. Wie das geht, kann man an vielen Orten in ganz Europa am "Tag der Restaurierung" am 11. Oktober miterleben - unter anderem auch im Landesdenkmalamt des Saarlandes. SR-Reporterin Lena Schmitdke berichtet.

TV-Beitrag im BR Fernsehen mit Cornelia Peter
11.10.2020 | 18:30 Uhr Dauer: 00:02:00
Der Bayerische Rundfunk hat im Vorfeld des Europäischen Tags der Restaurierung im Atelier der Restauratorin Cornelia Peter gedreht. Am 11. Oktober 2020 selbst bot sie Führungen zur Restaurierung von Altären und Gemälden in der herrlich gelegenen Benediktinerabtei Ottobeuren an. (1 Woche lang abrufbar)

Interview in mit Melanie Lindner in der ZEIT
11. Oktober 2020, 19:15 Uhr
"Hilfe, mir schwimmen die Pigmente weg!" Nils Erich im Gespräch mit der Restauratorin, die mit ihren Kollegen eine Ausstellung im Kölner Wallraf-Richartz-Museum zusammengestellt hat. 

Bericht in der Berliner Zeitung
10.10.2020 | 06:33 Uhr
"Die Berliner Zeitung als Reliquie" Ein Restaurator findet eine alte Ausgabe der Berliner Zeitung in einer Jesusfigur, und die Berliner Zeitung berichtet darüber passend zum Europäischen Tag der Restaurierung.

Bericht in der Süddeutschen Zeitung

Bericht im AD-Magazin
8.10.2020
Kantig, praktisch, gut: Die Frankfurter Küche im Detail

TV-Beitrag im MDR zu Restaurierung auf Schloss Lauenstein
(Video nicht mehr verfügbar)