Restauratorentag BBIK – Angebote der Kammer annehmen

Als sich morgens am 21. Februar 2020 langsam der Hörsaal im Haus der Designer an der Fachhochschule Potsdam füllte, zieht bereits Kaffeeduft durch die Reihen. Vienna Lupicki und Monique Gajda von der BBIK waren zu dem Zeitpunkt schon eine Weile unterwegs, um den Tag der Restaurierung und Denkmalpflege der Brandenburgischen Ingenieurkammer über die Startlinie zu […]

Als sich morgens am 21. Februar 2020 langsam der Hörsaal im Haus der Designer an der Fachhochschule Potsdam füllte, zieht bereits Kaffeeduft durch die Reihen. Vienna Lupicki und Monique Gajda von der BBIK waren zu dem Zeitpunkt schon eine Weile unterwegs, um den Tag der Restaurierung und Denkmalpflege der Brandenburgischen Ingenieurkammer über die Startlinie zu bringen. Die inhaltliche Vorbereitung lag hingegen wie stets in den Händen der betreffenden Fachsektion der BBIK, seit Gründung unter der Leitung des Restaurators Olaf Schwieger und des Ingenieurs Steffen Stich. Die beiden Potsdamer können stolz darauf verweisen, dass in diesem Jahr 2020 das Treffen von Ingenieuren, Restauratoren und Architekten der Region Brandenburg-Berlin bereits zum 4. Mal mit Unterstützung von FHP und VDR stattfindet.

Restaurator Schwieger entschuldigt sich fast dafür, dass es in diesem Jahr mit Vergabe, Vergütung, Versicherung ein „etwas sperriges Thema“ geworden sei, denn die Zahl von 43 Teilnehmerinnen und Teilnehmern scheint ihn nicht gänzlich zufriedenzustellen. Ingenieur Stich erinnert aber daran, dass nach den ersten Formaten der letzten Jahre, die v.a. dem gegenseitigen Kennenlernen gedient hatten und oft mit anschaulichen Praxisbeispielen illustriert waren, es nun an der Zeit ist, sich auch mit den administrativen Seiten des Berufslebens am Schnittpunkt von Ingenieurwesen und Denkmalpflege zu befassen.

BBIK-Präsident Matthias Krebs lässt es in seinem Grußwort nicht an Ernsthaftigkeit fehlen und schreibt den versammelten Restauratorinnen ins Stammbuch, dass die für sie entwickelten Angebote der Kammer auch breiter angenommen werden müssen, damit diese aufrechterhalten und zur vollen Wirkung gebracht werden können. Der Aufruf zur Teilhabe wird auch durch den langjährigen Geschäftsführer, Dr. Martin Wulff-Woesten, in seiner Key-Note formuliert. „Vergütung und Versicherung“ sind Punkte, die durch Restaurator Schwieger und die Versicherungsspezialisten Daniel Mauss von der HDI bzw. Dr. Sabine Ziegenrücker von der Artekuranz in ihren aktuellen Entwicklungen vorgestellt werden; „Vergabe“ wiederum ist das Thema des Juristen Dr. Jan Mädler und des Verwaltungsfachmanns Hans Schaller. Es bleibt den beiden Restauratorinnen Mechthild Noll-Minor und Dorothée Schmidt-Breitung vorbehalten, die praktische Umsetzung in der restauratorischen Fachplanung anhand aktueller Ausschreibungen im Land vorzustellen. Da waren sie dann doch wieder, die schönen Bilder aus der restauratorischen Praxis: Schnitzaltäre, Prunksärge und anderes – die Gegenstände des Kulturerbes, die den Aufwand an Weiterbildung und den planerischen Einsatz von Ingenieuren und Ingenieurinnen, Architekten und Restauratorinnen mehr als rechtfertigen.

Ein Bericht von Prof. Dr. Jan Raue

Das „Moschee” genannte Pumpenhaus in Potsdam (SPSG), 1841-43 von Ludwig Persius errichtet, ist mit seinem reichen ornamentalen Dekor – auch an den Dampfmaschinenteilen im Inneren – ein wunderschönes Beispiel für die Verknüpfung von Ingenieur- und bildender Kunst und somit heute Gegenstand aufwendiger Konservierung und Restaurierung. (Foto: Jan Raue)
Das „Moschee” genannte Pumpenhaus in Potsdam (SPSG), 1841-43 von Ludwig Persius errichtet, ist mit seinem reichen ornamentalen Dekor – auch an den Dampfmaschinenteilen im Inneren – ein wunderschönes Beispiel für die Verknüpfung von Ingenieur- und bildender Kunst und somit heute Gegenstand aufwendiger Konservierung und Restaurierung. (Foto: Jan Raue)