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Tagung „Die Digitalisierung in der Restaurierung“

13. Mai 2020 - 15. Mai 2020

Die HAWK in Hildesheim organisiert vom 13.-15.05.2020 eine internationale Tagung zum Thema „Die Digitalisierung in der Restaurierung“. Die Tagung der Fakultät Bauen und Erhalten zusammen mit dem Hornemann Institut der HAWK möchte erstmals den Fokus darauf legen, was die neuen digitalen Möglichkeiten für die Erhaltung und Vermittlung des historischen Fragments bedeuten.

Kunstwerke sind meist fragmentarisch überliefert. Der  Umgang mit dem Fragment gehört damit zu den zentralen Aufgaben von Denkmalpflege und Museen. Denn zwischen den beiden Polen der vollständigen Wiederherstellung und der Beibehaltung des fragmentarischen Zustandes reihen sich vielfache Möglichkeiten realer oder virtueller Ergänzung, basierend auf unterschiedlichen theoretischen Grundsätzen.

Tagungsthema

Die letzten großen Tagungen in Deutschland zum Thema des Digitalen in der Restaurierung und Denkmalpflege haben sich vor allem den verschiedenen Anwendungsgebieten digitaler Technik gewidmet.  Diese Tagung der Fakultät Bauen und Erhalten zusammen mit dem Hornemann Institut der HAWK möchte nun erstmals den Fokus darauf legen, was die neuen digitalen Möglichkeiten für die Erhaltung und Vermittlung des historischen Fragments bedeuten, denn es gibt „eine Lücke zwischen der zunehmenden Bedeutung und der Professionalisierung der visuellen Rekonstruktion des Historischen einerseits und der theoretischen Fundierung solcher Tätigkeiten andererseits“ (Blokker 2017).

Konkret wird es u. a. um die Fragen gehen: Was bedeuten die neuen digitalen Möglichkeiten für die Erhaltung, Restaurierung und Vermittlung des historischen Fragments? Zweifellos fördern gerade die neuen Medien die Kommunikation zwischen Fachleuten und der Gesellschaft und bieten damit große Chancen für ein umfassenderes Verständnis und eine nachhaltige Bewahrung unseres Kulturerbes.

Wie kann man mit digitaler Technik die Akzeptanz des fragmentarischen Originals steigern? Wann verschwimmen die Grenzen zwischen Digitalisat und Original und welche Gefahren können damit verbunden sein?

Die Vortragenden

Initiiert wurde diese Tagung von Prof. Dr. Ursula Schädler-Saub, die an der HAWK das Fachgebiet „Geschichte, Theorie und Ethik der Restaurierung, Kunstgeschichte“ in Lehre und Forschung vertritt. Die Möglichkeiten der Digitalisierung hat sie in vielen Restaurierungsprojekten kennen und schätzen gelernt hat, aber sie warnt auch: „Oft werden die besonderen Bedürfnisse des Fragments nicht auseichend berücksichtigt. Wenn Betrachter beispielsweise nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden können, ist das ein gravierender Eingriff in die Authentizität des Originals.“

Außer ihr referieren Fachleute aus acht Ländern, aus den Fachdisziplinen der Konservierung-Restaurierung, der Kunstgeschichte, Architektur, Archäologie, Informatik und der Wahrnehmungspsychologie, u. a.  der Präsident des Verband der Restauratoren und Professor an der Fachhochschule Potsdam,  Dr. Jan Raue. Die Fallspeispiele umreißen mehr als 3000 Jahre Kulturgeschichte und kommen aus sehr unterschiedlichen Kontexten und Kunstgattungen. Es handelt sich um Fragmente von Architektur, Großplastiken, Gemälde, Wandmalereien, Stuckrelief, Marmorskulptur und Keramiken.

Postersektion

Mit Postern werden vor allem viele Young Professionals aus dem In- und Ausland ihre Forschungsergebnisse vorstellen und mit den Tagungsteilnehmern diskutieren.

Rahmenprogramm – Workshop – Tutorial – neuer Arbeitskreis

Führungen bieten Zugänge zu sehr unterschiedlich präsentierten originalen Fragmenten in Hildesheim. Ein Workshop des Hornemann Instituts lädt dazu ein, auf einfache Weise dreidimensionale Objekte selbst zu digitalisieren. In einem Tutorial können Teilnehmer/innen nach einer Einführung eine 2D-Bildauswertung von historischen Aufnahmen als Grundlage für mögliche geometrische Rekonstruktionen selbst am Rechner üben.

Schließlich findet im Rahmen der Tagung das erste Treffen des Arbeitskreises „Digitalisierung in der Restaurierung“ statt.

Tagungsziel

Zum Ende der Tagung soll ein praxistaugliches Grundsatzpapier zum Umgang mit dem Fragment gemeinsam entwickelt werden: Die etablierten ethischen und theoretischen Prinzipien der Restaurierung  sollen um die neuen digitalen Möglichkeiten ergänzt werden. Denn wissenschaftliche Standards müssen auch für die digitale Welt gelten, z. B. müssen der spekulative Anteil von virtuellen Rekonstruktionen für Betrachter klar identifizierbar sein und die wahrnehmungspsychologischen Auswirkungen berücksichtigt werden.

Für das Auditorium werden verschiedene Möglichkeiten der Partizipation angeboten.

Kooperationspartner

Die Tagung wird veranstaltet in Kooperation mit

– der ICOMOS AG Konservierung-Restaurierung

–  dem Verband der Restauratoren e. V. (VDR )

Tagungssprachen

Die Tagung bietet viel Raum für persönlich Begegnungen und den interdisziplinären Wissens- und Meinungsaustausch. Die Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch. Eine Simultanübersetzung ist nicht möglich.

Weitere Informationen

Zur Information über die Tagung sind das Tagungsprogramm und die Abstracts der ausgewählten Vorträge auf www.hornemanninstitut.de veröffentlicht. Die Anmeldung zur Tagung  ist über die Website möglich.

Kontakte:

Prof. Dr. Ursula Schädler-Saub: ursula.schaedler-saub(at)hawk.de

Dr. Angela Weyer, Leiterin des Hornemann Instituts: angela.weyer(at)hawk.de

Bildnachweis.: Tagungsplakat. Foto des Fragments: Dommuseum Hildesheim; 3-D – Rekonstruktion: HAWK (Christine Fiedler)/ Gestaltung: CI/CD-Team der HAWK

Details

Beginn:
13. Mai 2020
Ende:
15. Mai 2020
Veranstaltungskategorie: