Weimar – Köln – Rio. Bundesweites Arbeitstreffen der Notfallverbünde 2019

Ausgerichtet vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Zusammenarbeit mit dem Notfallverbund Kölner Archive und Bibliotheken kamen in Köln am 29. und 30. April 2019 rund 120 Vertreter von Bibliotheken und Archiven, Restauratoren und der Einsatzkräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk zusammen. Die Themen reichten von der Notfallprophylaxe, der Zusammenarbeit von Institutionen und Einsatzkräften unmittelbar […]

Ausgerichtet vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Zusammenarbeit mit dem Notfallverbund Kölner Archive und Bibliotheken kamen in Köln am 29. und 30. April 2019 rund 120 Vertreter von Bibliotheken und Archiven, Restauratoren und der Einsatzkräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk zusammen. Die Themen reichten von der Notfallprophylaxe, der Zusammenarbeit von Institutionen und Einsatzkräften unmittelbar nach Krisen und Katastrophen über die systematische Bearbeitung massenhaft geschädigten Kulturguts bis hin zu Unterstützungsmöglichkeiten nach der Katastrophe.

Foto: Katharina Klauke
Foto: Katharina Klauke

Die Beispiele aus Weimar und Köln zeigten, dass eine Notfallplanung bzw. eine bereits bestehende Vertrauensbasis zwischen den Einsatzkräften und den unterschiedlichen Professionen der Kultureinrichtungen dabei helfen kann, Kulturgut so effektiv und schonend wie möglich zu retten. Wie sehr eine falsche Einsatzplanung zur Vernichtung eines ganzen Museums bzw. eine fehlende Kulturgutversicherung im Nachhinein zu einem weit größeren Schaden führt, wurde an den Bränden des Nationalmuseums von Rio de Janeiro und des Deutschen Kunststoffmuseums offenkundig.

Foto: Katharina Klauke
Foto: Katharina Klauke

Beiträge von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk veranschaulichten, dass ihre Stärke in der Kompetenz liegt, spontane Entscheidungen treffen und schnell und effektiv organisieren zu können. Beispiele hierfür sind die Möglichkeiten der massenhaften Materialbeschaffung zu jeder Tages- und Nachtzeit oder die spontane Auftragsvergabe an Drittfirmen z.B. zur räumlichen Sicherung des Kulturguts. Beide betonten aber auch wie wichtig der Dialog zwischen ihnen und den Vertretern der Institutionen im Krisenfall ist, um Gefahren für das Kulturgut bei der Bergung zu reduzieren.

Beeindruckend war der Besuch im Restaurierungs- und Digitalisierungszentrum (RDZ) des Historischen Archivs der Stadt Köln angesichts der schieren Massen an zu bearbeitenden Archivalien und die Komplexität der hinter Restaurierung und Digitalisierung steckenden Logistik.

Digitalisierungszentrum Köln. Hier beim 1. Europäischen Tag der Restaurierung 2018. (Foto: Christiane Schillig)
Digitalisierungszentrum Köln. Hier beim 1. Europäischen Tag der Restaurierung 2018. (Foto: Christiane Schillig)

Fazit nach den interessanten Beiträgen und dem regen interdisziplinären Austausch: Notfallplanung ist ein wichtiges Instrument zur Sicherung von Kulturgut! Die bundesweiten Notfallverbünde (www.notfallverbund.de) setzen sich aus den lokalen oder regionalen Museen, Archiven und Bibliotheken und den zuständigen Brand- und Katastrophenschutzbehörden zusammen.

Dass hier auch Restauratoren gefragt sind und sich unbedingt mit ihren Kompetenzen einbringen sollen, steht außer Frage. Der VDR ist deshalb im Gespräch mit den Katastrophenschutzorganisationen.

Am Ende der Tagung wurde ein Unterstützungsschreiben für das Museu Nacional in Rio de Janeiro verfasst. Um ihre Unterstützung beim Wiederaufbau des Nationalmuseums zu symbolisieren, unterschrieben viele Tagungsteilnehmer.

Ein Bericht von Katharina Klauke
Landesgruppe NRW im VDR

Prof. Alexander Kellner, Leiter des Museu Nacional in Rio de Janeiro berichtete vom Brand des Nationalmuseums. (Foto: Katharina Klauke)
Prof. Alexander Kellner, Leiter des Museu Nacional in Rio de Janeiro berichtete vom Brand des Nationalmuseums. (Foto: Katharina Klauke)