Nachbericht zum Online-Workshop „Identifizierung synthetischer Fasern“

Die Fachgruppen „Textil“ und „Moderne und Zeitgenössische Kunst“ veranstalteten am 24. und 30.04.2021 den gemeinsamen Online-Workshop „Identifizierung synthetischer Fasern“. In einem halbtägigen Webinar am 24.04. konnte Dr. Anne Sicken, Mitarbeiterin des Instituts für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaften der TH Köln, in die Analyse von Chemiefasern aus natürlichen und synthetischen Polymeren einführen. Hierbei wurden zum einen verschiedene […]

Die Fachgruppen „Textil“ und „Moderne und Zeitgenössische Kunst“ veranstalteten am 24. und 30.04.2021 den gemeinsamen Online-Workshop „Identifizierung synthetischer Fasern“. In einem halbtägigen Webinar am 24.04. konnte Dr. Anne Sicken, Mitarbeiterin des Instituts für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaften der TH Köln, in die Analyse von Chemiefasern aus natürlichen und synthetischen Polymeren einführen. Hierbei wurden zum einen verschiedene Schnellmethoden zur Faseridentifizierung, wie die Brennprobe, die trockene Destillation und die Typreaktionen, zum anderen aber auch instrumentelle Methoden, wie die mikroskopisch beobachteten Quell- und Lösereaktionen, mikrochemische Reaktionen mit Farbtönung und polarisationsmikroskopische Untersuchungen, vorgestellt. Ergänzend wurden ebenso rasterelektronenmikroskopische und spektroskopische Analysemethoden aufgezeigt und die Vor- und Nachteile bzw. Grenzen der verschiedenen Methoden diskutiert.

Die Teilnehmer:innen hatten in der darauffolgenden Woche die Möglichkeit selbständig Quell- und Löseversuche an eigenen Proben durchzuführen und diese mit vorher zugesandten Referenzmaterial zu vergleichen. Eine abschließende Nachbesprechung am 30.04. bot die Gelegenheit, entstandene Fragen zu beantworten. Hier konnten Feinheiten der Durchführung diskutiert und praktische Tipps ausgetauscht werden.

Auch wenn die Entscheidung einer rein digitalen Durchführung aus der Not heraus entstand und die praktische Durchführung der mikrochemischen Versuche vor Ort einfacher und für alle gleichermaßen durchführbar gewesen wären, war es doch ein vielversprechendes Format und eine gute Möglichkeit zum digitalen Austausch mit Kolleg:innen.

Wir danken allen Teilnehmenden und insbesondere Frau Dr. Sicken herzlich für das spannende Seminar und hoffen es, auch aufgrund der hohen Nachfrage, im kommenden Jahr wieder (und nach Möglichkeit live) anbieten zu können.

Köln, Dresden, 02.05.2021
Kerstin Heitmann und Jonathan Debik