Report aus dem Präsidium 5/2020

Auch wenn Menschen in größeren Gruppen sich nicht persönlich treffen und miteinander sprechen können, wird Kommunikation in Corona-Zeiten großgeschrieben. Dem schließen wir uns an. Wir möchten Sie, liebe Mitglieder, auf dem Laufenden halten und berichten von nun an regelmäßig in der neuen Serie „Report aus dem Präsidium" über relevante VDR-Themen und -aufgaben. Nicht alles, mit […]

Auch wenn Menschen in größeren Gruppen sich nicht persönlich treffen und miteinander sprechen können, wird Kommunikation in Corona-Zeiten großgeschrieben. Dem schließen wir uns an. Wir möchten Sie, liebe Mitglieder, auf dem Laufenden halten und berichten von nun an regelmäßig in der neuen Serie „Report aus dem Präsidium" über relevante VDR-Themen und -aufgaben.

Nicht alles, mit dem wir uns momentan im Präsidium beschäftigen, dreht sich um Corona. Dennoch beherrscht die Pandemie auch den Alltag der Arbeit im Berufsverband und im Präsidium weitgehend.

Videokonferenzen mit Politikern

Viel Energie fließt zurzeit in die Vertretung der finanziellen und zum Teil existentiellen Interessen unseres Berufsstandes gegenüber der Politik. Zusammen mit den Architekten und Ingenieuren, den Heilberufen und den beratenden Berufen hat uns der Berufsverband der Freien Berufe eine Plattform geschaffen, wöchentlich mit Spitzenpolitikern per Videokonferenz  von der eigenen Situation zu berichten und über Hilfsangebote zu verhandeln. Den Auftakt in der Reihe machte Ende April ein Gespräch mit Dr. Carsten Linnemann, MdB (CDU), seit 2013 Bundesvorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung. Linnemann interessierte sich besonders für Exitstrategien aus der Krise. Unsere Geschäftsführerin Dr. Christiane Schillig informierte Linnemann darüber, dass sich laut unserer jüngsten Mitgliederumfrage besonders viele Restauratoren darüber Sorgen machen, dass aufgrund einer zu erwartenden Rezession mittel- und langfristig weniger Geld für den Kulturbetrieb und die Erhaltung des Kulturguts zur Verfügung stehen könnte. Sie schloss an die Forderung der Architekten und Ingenieure an, Konjunkturprogramme für die Baubranche aufzulegen. Dieses Konjunkturprogramm müsse aber auch den Kultursektor berücksichtigen. Finanzielle Engpässe, so das Ergebnis unserer Umfrage, haben sich nicht umgehend mit dem Lockdown eingestellt, sondern werden aller Wahrscheinlichkeit nach in größerem Maße erst im Juni 2020 oder später für die Restauratoren spürbar.

Die zweite Videokonferenz fand am 30. April mit Claudia Müller, der Mittelstandsbeauftragten der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, statt. Das Plädoyer des VDR, die Corona-Soforthilfe auch für Lebenshaltungskosten verwenden zu dürfen und sich verstärkt um das Problem der Kinderbetreuung zu kümmern, traf bei Müller auf offene Ohren. Ihre Partei, Bündnis 90/Die Grünen, hatte bereits einen Gesetzesantrag zur Erweiterung der Corona-Soforthilfe gestellt. Dazu gehört die mögliche Verwendung des Zuschusses auch für die Lebenshaltungskosten sowie die Verlängerung der Antragsfrist für die Corona-Soforthilfe um drei Monate. Dies hatte auch der BFB gefordert, um u. a. das Abweichen von Rechnungserstellung und Leistungserbringung, wie es oftmals auch bei den Restaurator*innen der Fall ist, zu berücksichtigen. Außerdem hatte Bündnis 90/Die Grünen beantragt den KfW-Schnellkredit auch für Betriebe mit unter zehn Beschäftigten auszudehnen. Sehr interessiert notierte sich Claudia Müller, dass besonders Mütter und Väter, die als Restaurator*innen kein Home office machen können, daran gehindert sind, ihrer Arbeit in Vollzeit nachgehen zu können. Kinder mit in die Werkstatt oder ins Atelier zu nehmen, sei schlicht nicht möglich, betonte Christiane Schillig gegenüber Claudia Müller.

Am 13. Mai fand eine weitere Videokonferenz mit Christian Lindner, dem Bundesvorsitzenden der FDP, statt. Außerdem standen die FDP-Politiker Michael Theurer und Gerald Ullrich den Verbänden zur Beantwortung ihrer Fragen zur Verfügung. Lindner äußerte, dass bei den Hilfsprogrammen für die Freien Berufe nachgesteuert werden müssen, da viele Freiberufler unter der Coronakrise besonders zu leiden hätten. Mit den Verbänden, die die Baubranche vertreten, stimmte Lindner grundsätzlich darin überein, dass es eine Entbürokratisierung geben müsse. Denn selbst im Moment der Krise gebe es noch recht volle Auftragsbücher, aber zurzeit könne nur langsam gearbeitet werden, da die Behörden gar nicht oder kaum digitalisiert seien, es kaum Home Office gebe und die Arbeitsprozesse noch länger als sonst üblich dauerten. Digitalisierung sei, so Theurer, in allen Bereichen jetzt das Gebot der Stunde.

Wir informieren über Fördermaßnahmen, Zuschüsse, Gesetzesänderungen

Auf unserer Website gibt es nahezu täglich neue Meldungen über Fördermaßnahmen, Zuschüsse und über Gesetzesänderungen hinsichtlich Steuerstundungen und Stundungen von Sozialversicherungsbeiträgen. Schauen Sie sich regelmäßig auf unserer Webseite "Gut durch die Krise" um! Auch Themen wie Kinderbetreuung oder das Vorbereiten von Museen und Ateliers auf eine „neue Corona-Realität“ mit Abstands- und Hygieneregeln werden tagesaktuell behandelt.

Daneben verfolgt das Präsidium die Debatte zur Lockerung der Corona-Maßnahmen hinsichtlich der eigenen Veranstaltungen. Die vorgesehene Vorstandssitzung am 20./21. Juni 2020 wird nicht physisch stattfinden, sondern es wird an einer digitalen Lösung für den 21. Juni gearbeitet. Wir informieren Euch, sobald Näheres feststeht.

VDR-Arbeitsausschuss "Kulturgüterschutz" gegründet

Mittlerweile wurde im VDR der Arbeitsausschuss „Kulturgüterschutz“ mit insgesamt neun Restauratoren gegründet. Am 5. Mai 2020 luden Präsident Sven Taubert, die Vizepräsidentin und Schatzmeisterin Gisela Gulbins und Präsidiumsmitglied Dirk Sturmfels zur ersten Telefonkonferenz ein, an der Tatjana Held, Irene Pamer, Alexander Gatzsche, Sonia Cardenas, Kerstin Jahn und Jana Moczarski teilnahmen. Die erste Aufgabe wird das Erarbeiten einer Umfrage sein. Ziel ist es herauszufinden, welche Erfahrungen unsere Mitglieder bereits im Katastrophenschutz und –management besitzen und wer Interesse hat, in diesem zukunftsträchtigen Bereich mitzuwirken. Unsere Partner dabei sind u. a. das Deutsche Archäologische Institut, das Technische Hilfswerk, das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, die nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, UNESCO Deutschland und die Vereinigung der Landesdenkmalpfleger. Wir bitten schon jetzt alle Mitglieder, sich rege an der Umfrage zu beteiligen!

Wir wünschen Ihnen und uns Gesundheit, Optimismus, Durchhaltevermögen und Solidarität!
Ihr Sven Taubert, gemeinsam mit dem gesamten VDR-Präsidium

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