Aktiv in Köln – der VDR auf der Exponatec und als Gastgeber der 4-Verbände-Tagung

Vier Tage, vier Verbände, vier Veranstaltungen – Ende November präsentierte sich der VDR mit einem Messestand auf der Exponatec Cologne, lud zur Vier-Verbände-Tagung ein und richtete seine 15. Mitgliederversammlung aus. Viel Arbeit im Vorfeld steht auf der einen Seite der Bilanz –sehr gelungene Tage in Köln werden auf der anderen Seite verbucht. „Für den Messeauftritt […]

Vier Tage, vier Verbände, vier Veranstaltungen – Ende November präsentierte sich der VDR mit einem Messestand auf der Exponatec Cologne, lud zur Vier-Verbände-Tagung ein und richtete seine 15. Mitgliederversammlung aus.

Viel Arbeit im Vorfeld steht auf der einen Seite der Bilanz –sehr gelungene Tage in Köln werden auf der anderen Seite verbucht. „Für den Messeauftritt in Köln mit einer großen internationalen Tagung, begleitenden Abendveranstaltungen und der Mitgliederversammlung hat der VDR im November all seine Kräfte gebündelt“, sagte Katharina Trifterer, Geschäftsführerin des VDR. „Das hat sich gelohnt. Die Stimmung war unglaublich gut. Rahmen und Inhalt haben einfach gepasst. Wir haben sehr viel fachlichen Input erhalten, hatten viele persönliche Begegnungen, konnten unser Netzwerk ausbauen und stärken und hatten vergnügliche Stunden.“

Die Messe Exponatec
Zum fünften Mal in Folge war der VDR auf der Exponatec Cologne, der internationalen Fachmesse für Museen, Konservierung und Kulturerbe, vertreten. Für die Messe selbst war es die 8. Auflage, die nach offiziellen Angaben von 4.400 Interessierten aus 39 Ländern besucht wurde, ein Plus von 10 Prozent gegenüber 2015. Als Aussteller beteiligten sich 185 Unternehmen aus 20 Ländern.

Die Exponatec ist traditionell kein reiner Produktmarktplatz sondern bietet Institutionen, Initiativen, Hochschulen und Verbänden einen Platz, etwa um auf Qualitätsstandards aktueller Restaurierungs- und Konservierungsprojekte aufmerksam zu machen. So war der Stand des VDR als Teil eines institutionellen Bereiches auf der Messe wunderbar integriert. In unmittelbarer Nachbarschaft zum VDR-Stand konnten sich die Besucher auch über den Deutschen Museumsbund, den Fachbereich Gestaltung und Kultur der HTW Berlin, ICOM Deutschland, den Museumsbund Österreich und den Verband der Museen der Schweiz informieren.

 

Am VDR-Stand selbst waren zudem auch die drei anderen deutschsprachigen europäischen Restauratorenverbände aus Österreich (ÖRV), Schweiz (SKR) und Südtirol (VRKS-ARCA) präsent. Dort war in vielen Fällen Beratung gefragt, in fachlicher und berufspolitischer Hinsicht. Etliche neue Mitgliedsanträge wurden ausgefüllt, vor allem über rund 30 Neuzugänge aus den Reihen des Instituts für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft der TH Köln darf sich der VDR freuen.

„Der restauratorische Nachwuchs liegt uns besonders am Herzen“, sagte VDR-Präsident Dr. Jan Raue, seit kurzem Professor für Restaurierung von Wandmalerei an der Fachhochschule Potsdam. „Als Berufs- und Fachverband gestalten wir die Zukunft der Restauratoren von morgen maßgeblich mit. Ein intensiver Austausch mit den Studierenden und eine enge Anbindung an die Hochschulen sind für den VDR daher einfach wichtig. Beginnend vor rund 50 Jahren sind heute mit der Hochschulausbildung hohe Standards in der Konservierung und Restaurierung erreicht. Die Hochschulabsolventen bringen für die tägliche Praxis eine fundierte wissenschaftliche Basis mit, die sie befähigt, den vielschichten Anforderungen des Kulturguterhalts gerecht zu werden.“ Beispiele hierfür präsentierten die Absolventen der TH Köln im Rahmen ihrer Mastertage auf der Messe, denen der VDR vor Ort als Zeichen der Anerkennung jeweils eine VDR-Publikation und ein Glückwunschschreiben überreichte.

Einige dieser Publikationen waren pünktlich zur Messe mit viel Einsatz und Energie fertig geworden: Der Tagungsband „Kunstwerke der Reformation – erforscht und restauriert“ und der Band zur Tagung „FORWARD – Forum Wissenschaftliches Arbeiten in Restaurierung und Denkmalpflege“ sind brandaktuelle Beiträge zum diesjährigen Reformationsjubiläum und zum Europäischen Kulturerbejahr 2018. Beide Bände stießen auf reges Interesse genauso wie die vielen anderen Publikationen des VDR.

Als kleine Überraschung konnte sich außerdem jeder Messebesucher am Stand kostenfrei ein Tütchen Schellack abfüllen und mitnehmen – ob zum vorweihnachtlichen Basteln, als Bürodekoration, Anschauungsmaterial an der Hochschule oder zur Verwendung am Objekt. Die glitzernden karamellfarbenen Schellackberge waren gerade für Besucher ohne restauratorischen Hintergrund interessant, da sie sonst nie mit historischen Materialien und Techniken in Berührung kommen und so im Gespräch mit den Standbetreuern vom VDR und ÖRV einen für sie neuen Einblick in den Beruf bekamen.

Auf Einladung des Südtiroler Restauratorenverbandes VRKS-ARCA mit Verena Mumelter an der Spitze wurde am Freitag am Messestand Südtiroler Wein ausgeschenkt. Sauvignon und Merlot mundeten allen vorzüglich und sorgten für viel Getümmel und angeregte Gespräche. Vielen Dank an die Südtiroler Delegierten für diesen Höhepunkt!

Die Tagung „Trompe-l’œil – Illusion und Wirklichkeit“
Über 200 Teilnehmer trafen sich an zwei Tagen, um im Congress-Centrum der Messe über „Illusion und Wirklichkeit“ zu konferieren und diskutieren. Neben dem inhaltlich hochinteressanten und vielfältigen Thema hatte die Tagung auch für die europäische Restauratoren-Szene eine besondere Bedeutung. Hier hatten sich die vier deutsch- (bzw., denkt man an die mehrsprachigen Verbände der Schweiz und Südtirols, auch deutsch-) sprachigen Restauratorenverbände VDR, ÖRV, SKR und VRKS-ARCA zusammengefunden, um gemeinsam zu agieren und länderübergreifend Stärke und Zusammenhalt zu zeigen. „Trompe-l’œil - was könnte europäischer sein“, so VDR-Präsident Raue zur Eröffnung, „als eine Tagung der deutschsprachigen Verbände mit einem französischen Titel!“.

 

Anlass zu dieser Initiative gab das Jahr des Europäischen Kulturerbes 2018, das in Deutschland vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz (DNK) koordiniert wird. Das DNK war somit auch Partner und Gast auf der Tagung. In seinem Grußwort sprach DNK-Geschäftsführer Dr. Uwe Koch davon, dass „wir im Kulturerbejahr vor allem Gemeinsamkeiten und nicht das Trennende in Europa suchen“ sollten. „Wir wollen aber auch über 2018 hinaus Impulse für eine stärkere Wahrnehmung, auch in fachlicher Hinsicht, setzen“, sagte Koch weiter.

Auch die Vertreter der vier Verbände betonten gemeinsame Interessen und Ziele: „Wir haben als verbindendes Thema das Berufsbild und den Kulturerbeschutz.“ „Wir wollen uns im Sinne des Berufsschutzes besser vernetzen und gemeinsam Präsenz zeigen.“ „Wir haben zum Teil gemeinsame Märkte und fachliche Interessen. Wir wollen über den Tellerrand schauen.“ „Das Kulturerbe kennt keine Grenzen und keine Nationalstaaten.“ (Gruppenbild: Andreas Franz vom SKR, Susanne Beseler vom ÖRV, Verena Mumelter und Alix von Eyrl vom VRKS-ARCA, DNK-Geschäftsführer Dr. Uwe Koch und VDR-Präsident Prof. Dr. Jan Raue.)

Dass Interessen und Themen über Grenzen hinweg interessant sind, zeigt sich in den Vorträgen, die in fachlicher und berufspolitischer Hinsicht viele spannende Aspekte beleuchteten, im Detail nachzulesen im Abstract-Heft der Tagung. Hier wird auf die wechselvolle Geschichte der Restauratorenverbände im deutschsprachigen Raum genauso eingegangen wie auf Trompe-l’oeil unterschiedlicher Kunstgattungen und Epochen. Somit war für alle Tagungsteilnehmer Interessantes geboten, über das sie sich auch während der Tagungspausen, dabei dankenswerterweise vom langjährigen VDR-Fördermitglied Deffner & Johann kulinarisch unterstützt, austauschen konnten.

Festempfang bei „Tintoretto“ und traditioneller Bunter Abend
Nach dem ersten Vortragstag waren rund 200 „Illusionisten“ dazu eingeladen, den Abend bei einem Festempfang im Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud ausklingen zu lassen. Dieser wurde vom DNK freundlich unterstützt. Mit Brezn, Sekt oder Kölsch gestärkt gab es reichlich Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch. Auch waren dank Dipl.-Rest. Iris Schaefer und Dipl.-Rest. Thomas Klinke sowie Dr. Erasmus Weddigen und Dr. Roland Krischel Führungen durch die Restaurierungsabteilung und die Sonderaus¬stellung „Tintoretto – A Star was Born“ möglich, was freudig angenommen wurde.
Und auch am nächsten Abend gab es Gelegenheit zum Feiern. Dieses Mal beim traditionellen Bunten Abend des VDR auf dem Rheinschiff „Alte Liebe“, wo rund 160 Kolleginnen und Kollegen zum Speisen und Feiern zusammenkamen, leichtfüßig das Tanzbein schwangen und für so unglaublich gute Stimmung sorgten, wie wir sie schon lange nicht mehr erlebt haben.

 

Die Mitgliederversammlung
Gut besucht war auch die VDR-Mitgliederversammlung am Samstag mit nahezu 200 Teilnehmern. Hier stellten das Präsidium, die Geschäftsstelle und die Gremien ihre Arbeit der letzten zwei Jahre vor, darunter besonders zu nennen das neue Format „FORWARD - Forum Wissenschaftliches Arbeiten in Restaurierung und Denkmalpflege“ mit einer ersten Tagung und Publikation in 2017, als Stärkung und Selbstvergewisserung für die Unabdingbarkeit der wissenschaftlichen Herangehensweise an die theoretischen, planerischen, v.a. aber auch praktischen Arbeiten des Kulturguterhalts.

Präsentiert wurde aber auch weitere zentrale Aktivitäten: eine im Frühjahr 2016 formulierte Absichtserklärung zur Zusammenarbeit mit den Restauratoren im Handwerk, die Herausgabe des Berufsregisters, das 2016 erstmals bundesweit erschien und an einschlägige fachbezogene Einrichtungen verschickt wurde, die Jubiläumsfeier anlässlich des 25-jährigen Bestehens von E.C.C.O. , zu der der VDR nach Berlin ins Bodemuseum eingeladen hatte oder auch die Aufnahme von Restauratoren in Ingenieurkammern. Zudem wurde auch die neue Berufsordnung verabschiedet. Für Mitglieder im Detail nachzulesen in den Unterlagen zur 15. Mitgliederversammlung im internen Mitgliederbereich.

Am Nachmittag wählte schließlich die Mitgliederversammlung ein neues Präsidium. Hierbei wurde Prof. Dr. Jan Raue in seinem Amt als Präsident für zwei weitere Jahre bestätigt. Auch Birgit Schwahn und Olaf Schwieger wurden erneut ins Präsidium gewählt. Neu dabei sind Anne Harmssen und Gisela Gulbins.

 

Dank an unsere Partner und Förderer
Dank geht an dieser Stelle noch einmal an alle, die die zahlreichen Veranstaltungen und Aktivitäten in Köln unterstützt haben, an:

  • die Partnerverbände des VDR: ÖRV, SKR, VRKS-ARCA für die hervorragende fachliche und kollegiale Zusammenarbeit, speziell dem VRKS-ARCA für die wunderbare Weinverkostung am Messestand, dem ÖRV für die Mithilfe bei der Standbetreuung, dem SKR für die Herstellung des gemeinsamen Roll-ups sowie die Führung durch Erasmus Weddingen!
  • die KoelnMesse für die großzügige Bereitstellung der Räumlichkeiten und des Messestandes und die rundum angenehme Tagungs- und Messeatmosphäre
  • das DNK für die freundliche Unterstützung des Festabends und die persönlichen Grußworte
  • das Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud mit all seinen Mitarbeitern für das Highlight der nächtlichen Tintoretto-Führung
  • das Österreichische Bundeskanzleramt für die finanzielle Unterstützung unserer österreichischen Kollegen vom ÖRV
  • unser Fördermitglied Deffner & Johann für die kulinarische Unterstützung der Pausenverpflegung
  • unser Fördermitglied, die Leipziger Messe denkmal für die inhaltliche und finanzielle Unterstützung der Mitgliederversammlung
  • den Europäischen Dachverband der Restauratorenverbände E.C.C.O. für die inhaltliche Unterstützung und den Rückhalt
  • Sharing Heritage 2018 für die ideelle Unterstützung und Verbreitung in ihren Medien
  • den Südtiroler Landeshauptmann für die Grußworte zur Tagung.

Die mit dieser breiten Unterstützung zum Ausdruck gebrachte Wertschätzung für unsere Arbeit ist keine Illusion sondern Wirklichkeit!